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Krankentagegeld entlastet, wenn die Genesung länger dauert als der Gesetzgeber zahlt

Eine Grippe ist meist nach einigen Tagen überstanden. Nach einer Operation oder bei einer ernsthaften Erkrankung kann die Rückkehr in den Beruf dagegen Wochen oder Monate dauern. Angestellte erhalten ihr Gehalt in der Regel sechs Wochen weiter. Danach übernimmt bei gesetzlich Versicherten die Krankenkasse. Allerdings fällt das Krankengeld geringer aus als das bisherige Einkommen und für Selbstständige entsteht die finanzielle Lücke sogar deutlich früher.

Krankengeld und Krankentagegeld – ähnlich im Namen, anders gedacht
Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer erhalten nach der Entgeltfortzahlung Krankengeld. Es beträgt 70 Prozent des Bruttoeinkommens, höchstens 90 Prozent des Nettoverdienstes. Zusätzlich begrenzt die Beitragsbemessungsgrenze die Höhe. Von der Zahlung gehen außerdem Beiträge zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ab.

Damit kann auf dem Konto plötzlich spürbar weniger ankommen, während Miete, Immobilienkredit und andere feste Ausgaben weiterlaufen.

Das private Krankentagegeld setzt an dieser Einkommenslücke an. Die Versicherung zahlt bei Arbeitsunfähigkeit nach einer vereinbarten Karenzzeit einen festen Betrag für jeden Krankheitstag. Arbeitnehmer wählen den Beginn häufig ab dem 43. Tag und schließen damit an die Entgeltfortzahlung an.

Für wen sinnvoll?

  • Gutverdienende Angestellte können eine größere Lücke haben, weil das gesetzliche Krankengeld nach oben begrenzt ist.
  • Privatversicherte Arbeitnehmer erhalten nach der Entgeltfortzahlung kein gesetzliches Krankengeld. Hier gehört die Absicherung des Verdienstausfalls zur persönlichen Vorsorge.
  • Selbstständige und Freiberufler trifft eine Krankheit oft besonders schnell. Bleiben Aufträge liegen, fehlen Einnahmen, während betriebliche und private Kosten weiterlaufen. Der Leistungsbeginn lässt sich deshalb häufig deutlich früher vereinbaren.
  • Familien mit finanziellen Verpflichtungen: Hohe Fixkosten lassen wenig Spielraum – Krankentagegeld bringt Planungssicherheit.

Ein einfacher Kassensturz, bei dem monatliche Ausgaben dem geringeren Einkommen bei längerer Krankheit gegenübergestellt werden, hilft bei der Einschätzung. Aus der Differenz lässt sich ableiten, welcher Tagessatz tatsächlich gebraucht wird.

Zeitpunkt richtig wählen
Neben der Höhe des Krankentagegeldes zählt der vereinbarte Start der Zahlung. Eine längere Karenzzeit senkt in der Regel den Beitrag, verlangt aber entsprechende finanzielle Reserven. Besonders Selbstständige können deshalb davon profitieren, den Zeitraum bis zur ersten Zahlung bewusst an ihre Rücklagen anzupassen.

Auch später lohnt ein Blick auf den Vertrag. Steigt das Einkommen, wächst möglicherweise die finanzielle Lücke im Krankheitsfall mit. Gute Tarife ermöglichen deshalb unter bestimmten Voraussetzungen eine Anpassung des Tagessatzes. Interessant kann zudem eine Leistung während der schrittweisen Wiedereingliederung nach längerer Krankheit sein.

Gesund werden, während die Finanzen weiterlaufen
Krankentagegeld soll vor allem Zeit zum Gesundwerden verschaffen, ohne dass parallel die laufenden Kosten finanziell belasten. Besonders bei hohen finanziellen Verpflichtungen oder einem Einkommen, das unmittelbar von der eigenen Arbeitskraft abhängt, kann dieser Schutz einen wichtigen Unterschied machen.




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